Neu erschienen:
Politik der Parole.
Ästhetische Praktiken politischer Mobilisierung. Frankfurt/New York 2025.
Über das Buch
Das Image der Parole ist ramponiert: Sie vereinfacht, sie agitiert, wird zur Kennzeichnung von Populisten herangezogen. Entsprechend wurde sie in die Schmuddelecke verbannt. Was aber ist eine Parole genau und welche Funktion erfüllt sie in politischen Mobilisierungen? Ausgehend von umfangreichem Archivmaterial, arbeitet Daphne Weber alltägliche mediale Praktiken, Gebrauchsroutinen und Strategiediskussionen um verschiedenste Parolen in ihren historischen Kontexten heraus. Von den erbittert konkurrierenden Parteien der Weimarer Republik über die Massenmobilisierungen der Friedensbewegung in den 1980er Jahren, die Herrschaftspropaganda der SED in der DDR und das Aufbegehren der Friedlichen Revolution 1989 bis hin zu den Protesten rechter Bewegungen heute – überall nimmt die Parole eine unabdingbare mobilisierende und organisierende Funktion ein. Daraus ergibt sich eine Neubewertung: Wer Politik macht, kommt an Parolen nicht vorbei. Statt die Parole als Kampfbegriff zur Diskreditierung des politischen Gegners zu verwenden, muss ihr potenter Charakter als rhetorisches Werkzeug politischer Mobilisierung neu entdeckt werden.
Neu erschienen:
Gewerkschaftliche Kampagnen von rechts. Düsseldorf: Hans-Böckler-Stiftung, 2026.
Über die Studie
Die "alternative Gewerkschaft" Zentrum ist ein auf Betriebe ausgerichtetes Projekt mit Verbindungen zur extremen Rechten, insbesondere zur AfD und rechtsextremen Netzwerken. Es richtet sich gezielt gegen die DGB-Gewerkschaften. Im Kern der Kommunikation steht die strategische Inszenierung von Nähe zu Arbeiter:innen in Opposition zur IG Metall, während strukturelle Fragen und Transformationsdynamik des Automobilsektors ignoriert werden. Der Blick auf die Kampagnenstrategien zeigt die gezielte Medien- und Öffentlichkeitsarbeit, die strategisch auf emotionale Ansprache, Wiederholung und schleichende Normalisierung rechtsextremen Gedankenguts im Betrieb setzt. Die Studie analysiert die Kampagnen zur Betriebsratswahl 2018 und 2022 sowie die Bundestagswahlkampagne der AfD 2024/25 im Hinblick auf arbeits-, sozial- und gewerkschaftspolitische Themen.
Publikationen:
"Material for Agitation", in: Activist Writing – History, Politics, Rhetoric, hg. von Pierre-Héli Monot/David Bebnowski/Sakina Shakil Gröppmeier, Zürich: intercom Verlag, 2024. S. 129-140.
"Für eine europäische Linke ohne Scheuklappen. Zur Aktualität des Manifests von Ventotene." In: Blätter für deutsche und internationale Politik 7/2024.
>> https://www.blaetter.de/ausgabe/2024/juli/fuer-eine-europaeische-linke-ohne-scheuklappen
"#UNTEILBAR (2018) UND #LEAVENOONEBEHIND (2020). Hashtag-Mobilisierungen und ihre Slogans zwischen Straße und Digitalität", in: Kleine Formen und Öffentlichkeit
Medialität des Politischen vom 19. Jahrhundert bis zur digitalen Gegenwart, hg. von Yashar Mohagheghi/Lea Liese. Berlin/Boston: de Gruyter, 2024.
>> https://doi.org/10.1515/9783110770971-003
'"Politik den Profis überlassen‘? Konstellationen des Invektiven im Kontext von Demonstrationen und Bürgerbeteiligung", in: Invective Discourse, hg. von Simon Meier-Vieracker/Heidrun Kämper/Ingo H. Warnke, Berlin/Boston: De Gruyter, 2024.
>>https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783111146553-007/html
>>https://doi.org/10.1515/9783111146553-007
[mit Caroline Adler und Maddalena Casarini]: „Einleitung“, in: Kleinformate im Umbruch. Mobile Medien für Widerstand und Kooperation (1918-1933), hg. von dens., Berlin/Boston: De Gruyter, 2023.
[mit dens.] (Hg.): Kleinformate im Umbruch. Mobile Medien für Widerstand und Kooperation (1918-1933), Berlin/Boston: De Gruyter, 2023.
>>https://www.degruyter.com/document/isbn/9783111003009/html
Rezension: Nicola Gess: Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit, in: Zeitschrift für Germanistik 32 (2022), H. 1, S. 250-253.
"Warum ist politische Kommunikation kurz? Die Sprechchorparole 'Wir sind das Volk', ihre Umstände und (mediale) Zirkulation", in: Archiv für Mediengeschichte 19, hg. von Friedrich Balke/Bernhard Siegert/Joseph Vogl, Berlin 2021, S. 199-208.
„Schielende Blicke, Geschwätzigkeit und Geschichte(n) von unten.“ In: Das Argument 333 (2019), hg. von Frigga Haug.
Rezension: Andreas Reckwitz: Die Gesellschaft der Singularitäten. Zum Strukturwandel der Moderne, in: Das Argument 330 (2018). S. 897-9.
Übersetzung: Angela McRobbie: „Die neoliberale Ökonomie der Familie“, in: Das Argument 324 (2017). S. 521-525. (Aus dem Englischen.)
Rezension: Laurie Penny: Unsagbare Dinge. Sex, Lügen und Revolution, in: Das Argument 324 (2017). S. 581-582.
„Nomos und Utopie. Landnahme und Kriegstaktik bei den Aktionen Die Toten kommen und Marsch der Entschlossenen des Zentrum für Politische Schönheit.“ In: Syn - Magazin für Theater-, Film-, und Medienwissenschaft. Ausgabe 1/2016, hg. von Cornelia Bizsak/Christian Keller/Kerstin Pachschwöll, Wien et al.: Lit. Verlag. S. 111-119.